„Warum ich glaube, dass Yeschua der Jüdische Messias ist?“ - Orthodoxer Bezirksrabbiner Isaac Lichtenstein
Die folgende Geschichte ist ein leicht aktualisierter Bericht, der vor über 90 Jahren über Rabbiner Isaac Lichtenstein, einen Messianisch-Jüdischen Rabbiner im Herz Europas, geschrieben wurde.
Rabbinner Ignatz (auch bekannt als Isaac) Lichtenstein (1824 – 16. Oktober 1909) ist einer der bekanntesten Anhänger des Messianischen Judentums im späten 19. Jahrhundert bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts.
Er war nicht einmal 20 als er Rabbiner wurde, und nachdem er einige Jahre in verschiedenen Gemeinschaften im nördlichen Ungarn wirkte, wurde der orthodoxe Rabbiner Isaac Lichtenstein zum Bezirksrabbiner von Tápiószele, Ungarn, wo er für beinahe 40 Jahre blieb, unablässig und selbstlos für das Gut seines Volkes arbeitend.
Früh am Anfang seiner Amtzeit zeigte ihm ein jüdischer Lehrer in der Gemeindeschule seines Bezirks beiläufig eine deutsche Bibel. Während er hindurchblätterte, fiel sein Auge auf den Namen „Jesus Christus“. Er wurde wütend und rügte den Lehrer scharf dafür, solch ein Ding in seinem Besitz zu haben. Er nahm das Buch, schleuderte es zornerfüllt durch den Raum, wo es dann hinter andere Bücher auf einem Regal fiel und dort für etwa dreißig Jahre staubig und vergessen lag.
Zu dieser Zeit brach eine wilde Welle des Antisemitismus (oder Pogrom) in Ungarn aus, die in dem nun historischen „Tisza Eslar-Skandal“ gipfelte. In diesem malerischen kleinen, an der Theiss liegenden, ungarischen Ort wurden 12 Juden und eine Jüdin ins Gefängnis geworfen, dafür beschuldigt, ein christliches Mädchen getötet zu haben, um ihr Blut für Rituale zu gebrauchen. Das Tragischste an diesem Fall war, dass ein kleiner jüdischer Junge, der einige Zeit von dem Polizeikommissar von seinen Eltern getrennt worden war, durch Drohungen und Quälereien dazu gebracht wurde, als Hauptzeuge gegen seinen eigenen Vater (den Synagogendiener) auszusagen und eine ausgeheckte, falsche Geschichte über das angeblich ermordete Mädchen zu erzählen.
Wie in jedem anderen Fall auch, in dem diese teuflische Anschuldigung gegen die Juden gemacht wurde, stellte sich die Blutanschuldigung in Tisza Eslar letztendlich als falsch und grundlos heraus.
Zur Anerkennung wahren Christentums muss hier gesagt werden, dass eine Anzahl bedeutender Menschen, die an Jesus (oder Yeschua) glaubten, vor allem Dr. Franz Delitzsch, der messianisch-jüdische Professor der Leipziger Universität, sich der Lage gewachsen zeigten, die Juden nicht nur zu verteidigen, sondern auch die Maske aller derer hinweg zu reißen, die in den Augen des jüdischen Volkes durch ihre Handlungen den Messias schockierten.
Was Rabbiner Lichtenstein in dieser Bedrängnis durchlebte, äußerte er in seiner Zeitschrift „Der Judenspiegel“:
„‚Oft
haben sie mich bedrängt von meiner Jugend an – so
soll Israel sagen.’ (Psalm 129). Es benötigt keine
lange Erklärungen, um zu zeigen, dass in diesen paar Worten
der Psalmist unter den schmerzlichen Erfahrungen und Sorgen leidet,
unter denen wir, zumindest die der älteren Generation, von
unserer Jugend an unter den Händen der uns umgebenden
christlichen Bevölkerung gelitten haben.
„Spott, Verachtung, Schläge und alle Formen der Erniedrigung erfahren wir sogar durch die christlichen Kinder. Ich erinnere mich immer noch an die Steine, die auf uns geworfen wurden, als wir die Synagoge verließen und wie wir beim Baden im Fluss – unmöglich, es zu verhindern – sahen, wie sie unsere Kleidung mit Lachen und Beleidigung in das Wasser warfen.
„Einmal sah ich mit Kummer und Tränen, wie ein so genannter Adeliger meinen Vater erbarmungslos zu Boden schlug, weil er nicht schnell genug auf einem schmalen Weg für ihn Platz gemacht hatte.
„Aber diese traurigen Erfahrungen sind bekannt genug. Man braucht sie nicht weiter zu erwähnen. Wollte Gott, dass all diese Judenverfolgungen eine Sache der Vergangenheit währen.
„Diese Eindrücke der frühen Kindheit hatten Einfluss auf mein ganzes Leben, besonders weil ich später keine Erlebnisse hatte, die sie berichtigten. Es war kein Wunder, dass ich zu der Annahme kam, dass Yeschua selbst die Plage und der Fluch der Juden war, die Ursache und treibende Kraft unserer Nöte und Verfolgungen.
„Mit dieser Überzeugung wuchs ich auf, bis ich erwachsen war, ja ich dachte noch so, bis ich alt wurde. Ich kannte den Unterschied zwischen dem wahren und lediglich nominellen Christentum nicht; von der Urquelle des Christentums wusste ich gar nichts. Komischerweise war es die schreckliche Tisza-Eslar Blutbeschuldigung, die mich als erstes dazu brachte, das Neue Testament zu lesen. Diese Spur brachte all unsere Feinde aus ihren heimlichen Orten und wie in alten Zeiten schrieen sie: ‚Tötet die Juden’! Der Wahnsinn war maßlos, und unter den Anführern waren viele, die den Namen des Messias und Seine Lehre als Mantel missbrauchten, um ihre abscheulichen Handlungen zu verdecken.
„Diese boshaften Handlungen der Menschen, die den Namen Jesu lediglich trugen, um ihre bösen Absichten zu fördern, führten zu der Empörung einiger wahrer Christen, die mit feurigen Stiften und warnenden Stimmen die Lügen der Antisemiten aufdeckten. In Artikeln, welche die letzteren in Verteidigung der Juden verfassten, kam ich oft über Stellen, wo von Jesus als demjenigen gesprochen wurde, der den Menschen Freude bringt, dem Prinz des Friedens und dem Erlöser; und Sein Evangelium wurde als Botschaft der Liebe und des Lebens an alle Menschen erhoben.
„Ich war überrascht und traute kaum meinen Augen, als ich in einer versteckten Ecke das Neue Testament erspähte, welches ich vor etwa 30 Jahren in Ärger von einem jüdischen Lehrer genommen hatte und fing an, seine Seiten zu durchblättern und es zu lesen. Wie kann ich den Eindruck beschreiben, den ich dann empfing?
„Nicht mal die Hälfte war mir von der Größe, Stärke und Herrlichkeit dieses Buches erzählt worden. Es war mir bis dahin ein versiegeltes Buch gewesen. Alles schien so neu und doch tat es mir gut, wie das Treffen mit einem alten Freund, der seine staubigen, von Reisen ausgeleierten Kleider abgelegt hat und in einem festlichen Anzug erscheint, wie ein Bräutigam in Heiratskleidung oder eine Braut, geschmückt mit ihren Juwelen.“
„Spott, Verachtung, Schläge und alle Formen der Erniedrigung erfahren wir sogar durch die christlichen Kinder. Ich erinnere mich immer noch an die Steine, die auf uns geworfen wurden, als wir die Synagoge verließen und wie wir beim Baden im Fluss – unmöglich, es zu verhindern – sahen, wie sie unsere Kleidung mit Lachen und Beleidigung in das Wasser warfen.
„Einmal sah ich mit Kummer und Tränen, wie ein so genannter Adeliger meinen Vater erbarmungslos zu Boden schlug, weil er nicht schnell genug auf einem schmalen Weg für ihn Platz gemacht hatte.
„Aber diese traurigen Erfahrungen sind bekannt genug. Man braucht sie nicht weiter zu erwähnen. Wollte Gott, dass all diese Judenverfolgungen eine Sache der Vergangenheit währen.
„Diese Eindrücke der frühen Kindheit hatten Einfluss auf mein ganzes Leben, besonders weil ich später keine Erlebnisse hatte, die sie berichtigten. Es war kein Wunder, dass ich zu der Annahme kam, dass Yeschua selbst die Plage und der Fluch der Juden war, die Ursache und treibende Kraft unserer Nöte und Verfolgungen.
„Mit dieser Überzeugung wuchs ich auf, bis ich erwachsen war, ja ich dachte noch so, bis ich alt wurde. Ich kannte den Unterschied zwischen dem wahren und lediglich nominellen Christentum nicht; von der Urquelle des Christentums wusste ich gar nichts. Komischerweise war es die schreckliche Tisza-Eslar Blutbeschuldigung, die mich als erstes dazu brachte, das Neue Testament zu lesen. Diese Spur brachte all unsere Feinde aus ihren heimlichen Orten und wie in alten Zeiten schrieen sie: ‚Tötet die Juden’! Der Wahnsinn war maßlos, und unter den Anführern waren viele, die den Namen des Messias und Seine Lehre als Mantel missbrauchten, um ihre abscheulichen Handlungen zu verdecken.
„Diese boshaften Handlungen der Menschen, die den Namen Jesu lediglich trugen, um ihre bösen Absichten zu fördern, führten zu der Empörung einiger wahrer Christen, die mit feurigen Stiften und warnenden Stimmen die Lügen der Antisemiten aufdeckten. In Artikeln, welche die letzteren in Verteidigung der Juden verfassten, kam ich oft über Stellen, wo von Jesus als demjenigen gesprochen wurde, der den Menschen Freude bringt, dem Prinz des Friedens und dem Erlöser; und Sein Evangelium wurde als Botschaft der Liebe und des Lebens an alle Menschen erhoben.
„Ich war überrascht und traute kaum meinen Augen, als ich in einer versteckten Ecke das Neue Testament erspähte, welches ich vor etwa 30 Jahren in Ärger von einem jüdischen Lehrer genommen hatte und fing an, seine Seiten zu durchblättern und es zu lesen. Wie kann ich den Eindruck beschreiben, den ich dann empfing?
„Nicht mal die Hälfte war mir von der Größe, Stärke und Herrlichkeit dieses Buches erzählt worden. Es war mir bis dahin ein versiegeltes Buch gewesen. Alles schien so neu und doch tat es mir gut, wie das Treffen mit einem alten Freund, der seine staubigen, von Reisen ausgeleierten Kleider abgelegt hat und in einem festlichen Anzug erscheint, wie ein Bräutigam in Heiratskleidung oder eine Braut, geschmückt mit ihren Juwelen.“
1883
Durch das Lesen des Neuen Testaments (Neuer Bund), akzeptierte Rabbiner Lichtenstein im Alter von 60 Jahren in 1883 Yeschua als seinen persönlichen Messias. Für ein paar Jahre hielt Rabbiner Lichtenstein diese Überzeugung in seinem Herzen verschlossen. Er begann allerdings, in seiner Synagoge „merkwürdige und neuartige“ Lehren zu predigen, die seine Zuhörer zugleich interessierten und erstaunten. Bald jedoch konnte er sich nicht mehr zurückhalten. Als er an einem Schabbat von dem Gleichnis Yeschuas über den Pharisäer predigte, erkannte er öffentlich an, dass sein Thema aus dem Neuen Testament genommen worden war und sprach von Yeschua als dem wahren Messias, dem Erlöser Israels. Die Ältesten waren schockiert und schauten ihn entsetzt an; doch ehrten und liebten sie ihn weiterhin.
Von seiner ersten Begegnung mit dem Evangelium sprechend schrieb Rabbiner Lichtenstein: „Ich hielt nach Dornen Ausschau und sammelte Rosen.“ Danach fasste er seine Gedanken in drei Veröffentlichungen zusammen. Eines der Traktate hatte die Überschrift „Mein Zeugnis“. Diese Schriften erschienen schnell nacheinander und erregten großes Aufsehen unter den Juden – nicht allein in Ungarn, sondern auf dem ganzen europäischen Kontinent.
Das war kein Wunder; denn hier rief ein alter, ehrwürdiger Rabbiner, der noch immer im Amt war, in glühenden Worten seine Leute auf, sich unter das Banner des lange verachteten Jesus von Nazareth zu stellen und ihn als ihren Messias und König anzurufen.
Unvermeidlich wie es war brach kaum nachdem das öffentliche Judentum die Bedeutung der Stellung und Schriften von Bezirks-Rabbiner Lichtenstein realisierte, schon ein Sturm der Verfolgung auf ihn los.
Von Rabbinern und der jüdischen Presse wurde der Bannfluch (Cherem) über ihn ausgerufen. Er, der vor wenigen Wochen noch zu den angesehensten Rabbinern zählte, wurde nun mit Verachtung überschüttet und als Schande für sein Volk bezeichnet, nur weil er den verachteten Namen Yeschua auszusprechen wagte.
Man verbreitete die Lüge, dass er sich von Missionaren bezahlen ließ. Manche behaupteten sogar, dass er die Traktate niemals selbst geschrieben hätte, sondern nur dazu bestochen worden wäre, sie mit seinem Namen zu versehen. Er wurde vorgeladen, vor dem versammelten Rabbinat in Budapest zu erscheinen. Beim Betreten des Saals wurde er mit dem Ruf „Widerrufe! Widerrufe!“ begrüßt. „Meine Herren“, antwortete er, „ich bin bereit zu widerrufen, wenn ihr mich überzeugen könnt, dass ich falsch liege.“
Hauptrabbiner Kohn schlug einen Kompromiss vor. Rabbiner Lichtenstein möge in seinem Herzen glauben, was immer er wolle, solange er davon ablassen würde, über Yeschua zu predigen. Bezüglich der abscheulichen Traktate, die er bereits geschrieben hatte, könnte ein sehr einfacher Prozess den Schaden rückgängig machen. Das Konzil der Rabbiner würde eine Urkunde ausstellen, in der besagt würde, dass Rabbiner Lichtenstein das, was er geschrieben hatte, in einem temporären Anfall von Irrsinn geschrieben hätte und dass alles, was von ihm verlangt wäre, sei, seinen Namen zu dieser Erklärung hinzuzufügen.
Rabbiner Lichtenstein antwortete ruhig, aber entrüstet, dass dies ihm gegenüber ein eigenartiger Vorschlag war, da er ja gerade erst zu Sinnen gekommen war. Dann verlangten sie, dass er sein Amt niederlegen und formell getauft werden solle, um zu zeigen, dass er das Jüdische Volk verließe. Doch er antwortete, dass er keine Absicht davon hatte, der vom Staat anerkannten Kirche beizutreten. Er hätte im Neuen Testament das wahre Judentum gefunden und würde wie gehabt in seiner Gemeinde verbleiben und die neutestamentlichen Lehren in der Synagoge verkündigen.
Er tat das auch, und dies trotz vieler Verfolgungen und Vorwürfe, die nun auf ihn gehäuft wurden. Von seinem offiziellen Platz als Bezirksrabbiner fuhr er fort, in seiner Synagoge aus dem Neuen Testament zu lehren und zu predigen.
Dies war ein berührendes Zeugnis gegenüber der starken Zusammengehörigkeit seiner eigenen Gemeinschaft, welche allein die Kraft gehabt hätte, eine Anforderung seiner Entlassung einzureichen, da ja das Judentum eine Staatsreligion in Ungarn war. Tatsächlich wurde viel Druck auf sie ausgeübt und einige Mitglieder der Gemeinde und die Verwandten seiner Frau wurden durch Geschäftsverlust völlig ruiniert; aber sie hielten weiterhin zu ihm.
Inzwischen waren Rabbiner Lichtenstein und seine Schriften weit verbreitet bekannt geworden, und verschiedene kirchliche und missionarische Organisationen suchten um seine Dienste an.
Selbst die katholische Kirche hörte von ihm und erkannte seine Bedeutung, und ein besonderer Abgesandter des Papstes besuchte Tápiószele mit verlockenden Angeboten, wenn er doch nur in den Dienst Roms eintreten würde.
Zu allem hatte er nur eine Antwort: „Ich werde unter meiner eigenen Nation verweilen. Ich liebe den Messias, ich glaube an das Neue Testament; aber ich bin nicht dazu geneigt, einem nichtjüdischen christlichen Bereich beizutreten. Genau wie der Prophet Jeremia nach der Zerstörung Jerusalems trotz der großzügigen Angebote Nebukadnezars und dem Führer seines Heeres sich entschied, stattdessen bei den Ruinen der Heiligen Stadt zu verweilen und zu trauern, zusammen mit dem verachteten Überrest seiner Brüder, so werde ich unter meinen eigenen Brüdern bleiben, als Wächter von innen heraus und mit ihnen plädieren, in Yeschua die wahre Herrlichkeit Israels zu erblicken.“
1892
Zuletzt allerdings, nachdem er in dem Versuch, einige der Mitglieder seiner Gemeinde vom Ruin zu retten, alles verloren hatte, und seine Gesundheit stark durch die vielen Gerichtsverhandlungen und Sorgen, die er aufgrund seines dreisten Standes für die Wahrheit erlitt, beeinträchtigt worden war, resignierte er 1892 freiwillig seine Position als Bezirksrabbiner, eine Position in der er fast vierzig Jahre gedient hatte.
Rabbiner Lichtenstein setzte sich in Budapest zur Ruhe, wo er einen weiteren Wirkungskreis vorfand, aber der Widerstand ihm gegenüber war unerbittlich. Er wurde verfolgt und sogar physisch auf den Straßen angegriffen. Sein Frisör wurde dazu bestochen, seinen schönen Bart zu verunstalten. Sein Mietherr überwachte genau, wer ihn besuchte und informierte die rabbinischen Behörden. Aber so wie ein Bach, der in seinem Fluss aufgehalten wird, sich neue Wege schafft, wurde er fortwährend von Juden aller Berufsschichten aufgesucht, die Aussprachen mit ihm suchten. Er reiste durch ganz Europa und predigte und fuhr fort zu schreiben.
Er schrieb damals seinem Freund, David Baron, einem messianisch-jüdischen Gelehrten:
„Weisheit
schreit aus und lässt ihre Stimme in den Straßen
gehört werden (Sprüche 1,20). Ärzte,
Professoren und Beamte, sowohl als auch gebildete Frauen, kommen zu
meinem Haus. Viele wichtige Familien besuchen uns auch, welche das
barsche Verhalten des Rabbinats in Bezug auf mich missbilligen. Viele
Ausländer besuchen mich ebenfalls. Ich habe oft sehr ernste,
wichtige Diskussionen mit Talmudisten und Rabbinern aus weiter
Entfernung gehabt, die wünschen, mich zu einem Kompromiss zu
bringen; und es ist es wert, zu erwähnen, dass viele, die
vormalig kein Wissen über das Neue Testament hatten und mich
ausdruckslos und ungläubig anblickten, als ich seine erhabenen
Lehren zitierte, mich im Nachhinein um ein eigenes Exemplar
baten.“
In einem Brief an seinen Sohn, einen Arzt, schrieb Rabbiner Lichtenstein:
„Aus
jeder Zeile in dem Neuen Testament, aus jedem Wort, strömte
der jüdische Geist Licht, Leben, Kraft, Ausdauer, Glauben,
Hoffnung, Liebe, Nächstenliebe, grenzenlosen und
unzerstörbaren Glauben in Gott hervor.“
1895
In einer Ansprache, die er bei einer Konferenz auf jüdischen Missionen in 1895 gab, schrieb Rabbiner Lichtenstein das folgende Gebet:
„Allmächtiger
himmlischer Vater, ‚Ich bin der Ich bin’,
souveräner Herrscher der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft;
wir preisen Dich für unsere Vergangenheit und danken Dir, dass
Du in Deiner unergründlichen Weisheit uns aus allen
Völkern dieser Erde erwählt hast, um uns Wissen
über die Wahrheit zu geben und uns zu Zeugen Deines Bundes des
ewigen Lebens zu machen. Unsere Gegenwart ist dunkel, düster
und trostlos; aber wir vertrauen Deinem Wort, Oh Vater, dass Du bis in
alle Ewigkeit Dein Volk Israel nicht verlassen wirst und wir eilen
voller Hoffnung vorwärts in eine glorreiche Zukunft, denn Du
hast Deine Boten im Namen Deines geliebten Sohnes, Yeschua des Messias,
gesandt, um die trauernde Tochter Zion zu trösten. Wende Dich
uns wieder zu, Oh Ewiger, erneuere unsere Tage so wie in den vorherigen
Jahren. Amen.“
1898
In einem anderen Brief an einen Freund schrieb Rabbiner Lichtenstein in 1898:
„…meine
Freunde… verstehen mich nicht. Es ist ihnen ein
Rätsel, dass ich meine Verbindungen mit Leuten nicht
abreiße, dass ich immer noch Synagogen besuche und
jüdische Kreise frequentiere, trotz fortwährender
Beleidigung und Beschämung. Sie erkennen nicht, dass ich auf
diese Art und Weise die Möglichkeit erreiche auf die ich
hoffe, und dass ich dazu fähig bin, hunderte von Neuen
Testamenten und anderen … Literaturen zu verbreiten und so
die heilige Saat sähen kann – ‚Die mit
Tränen säen werden mit Freuden ernten.’
[Psalm 126:5]“
Über zwanzig Jahre war es Rabbiner Lichtenstein ermöglicht, in vielen Teilen Europas die Wahrheit, wie er sie im Messias sah, zu bezeugen. Zu guter Letzt fing der Sturm der Streite, der Missverständnisse und Zwiespälte an, ihn zu verraten. Sein Geist allerdings blieb unerschrocken. Zu dieser Zeit schrieb er:
„Liebe
jüdische Brüder, ich war jung, und nun bin ich alt.
Ich habe das Alter von 80 Jahren erreicht, von dem der Psalmist als der
äußersten Zeit des menschlichen Lebens auf Erden
spricht. Wenn andere meines Alters freudvoll die Früchte ihrer
Arbeit ernten bin ich allein, fast vergessen, da ich meine Stimme
warnend erhoben habe, ‚Oh Israel, wende dich zu dem Herrn,
deinem Gott, denn du bist durch deinen Frevel gefallen. Nimm diese
Worte und wende dich zu dem Herrn, deinem Gott.’
‚Küsse den Sohn, damit Er nicht verärgert
sei, und du von dem Weg abweichst.’
„Ich, ein geehrter Rabbiner für die Zeitspanne von 40 Jahren, werde nun, in meinem Alter, von meinen Freunden wie jemand behandelt, der von einem bösen Geist besessen ist und von meinen Feinden wie ein Außenseiter. Ich wurde zur Zielscheibe von Spöttern, die mit ihrem Finger auf mich zeigen. Aber während ich lebe, werde ich auf meinem Wachturm stehen, auch wenn ich hier alleine stehen werde. Ich werde den Worten Gottes lauschen und auf die Zeit Ausschau halten, wenn er nach Zion in Gnade zurückkehrt und Israel die Welt mit seinem freudvollen Ruf, ‚Hosanna dem Sohn Davids – gesegnet ist Er – Der im Namen des Herrn kommt! Hosanna in der Höhe!’, erfüllen wird.”
„Ich, ein geehrter Rabbiner für die Zeitspanne von 40 Jahren, werde nun, in meinem Alter, von meinen Freunden wie jemand behandelt, der von einem bösen Geist besessen ist und von meinen Feinden wie ein Außenseiter. Ich wurde zur Zielscheibe von Spöttern, die mit ihrem Finger auf mich zeigen. Aber während ich lebe, werde ich auf meinem Wachturm stehen, auch wenn ich hier alleine stehen werde. Ich werde den Worten Gottes lauschen und auf die Zeit Ausschau halten, wenn er nach Zion in Gnade zurückkehrt und Israel die Welt mit seinem freudvollen Ruf, ‚Hosanna dem Sohn Davids – gesegnet ist Er – Der im Namen des Herrn kommt! Hosanna in der Höhe!’, erfüllen wird.”
Ziemlich unerwartet wurde er krank und lebte nur noch eine kurze Zeit. Als er erkannte, dass sein Ende nahe kam, sagte er in der Gegenwart seiner Frau und der Krankenschwester:
„Gebt
meinen Brüdern und Freunden warmherzig Dank und
Grüße; gute Nacht, meine Kinder; gute Nacht, meine
Feinde, ihr könnt mich nicht mehr verletzen. Wir haben einen
Gott und einen Vater aller derer, die Kinder genannt werden, im Himmel
und auf Erden und einen Messias, der Sein Leben auf dem verfluchten
Baum für die Errettung der Menschen gegeben hat. In Deine
Hände empfehle ich meinen Geist.“
1909
Um 8 Uhr morgens am Freitag, dem 16. Oktober 1909, im Alter von 85 Jahren, trat Rabbiner Lichtenstein in die Gegenwart seines Herrn ein. Er wurde auf einem jüdischen Friedhof bestattet. Wie viele hunderttausende messianische Juden heutzutage, hörte der messianisch-jüdische Rabbiner Lichtenstein nie auf, ein Jude zu sein.
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Wie
der Rabbiner Saulus von Tarsus, auch bekannt als der Apostel Paulus,
lebte Lichtenstein selbst als Jude unter Juden und alliierte sich nicht
mit Missionaren, deren Bestreben darin resultierten, dass
jüdische Mitbrüder ihre jüdische
Identität ablegten. Der jüdische Historiker Gotthard
Deutsch, ein Editor der Jüdischen Enzyklopädie,
erwähnt Rabbiner Lichtenstein in einem am 3. Februar 1916
veröffentlichten Artikel bei der Widerlegung der Behauptung
des Hauptrabbiners Londons, dass kein Rabbi je ein Nachfolger Yeschuas
des Messias geworden wäre.
Es gibt allein in den USA über eine Viertelmillion Juden, die an den Messias Yeschua glauben, zusammen mit weiteren tausenden in anderen Ländern, inklusive Israel. Diese beinhalten Rabbiner verschiedener Ströme des Judentums. Als messianische Juden lieben und schätzen wir unsere schöne biblische und jüdische Kultur und Erbschaft und Teil dieser Kultur und Erbschaft ist Gottes Versprechen an uns von einem jüdischen Messias, ein Versprechen, das in Yeschua erfüllt wird, wie in dem Alten Bund prophezeit und in dem Neueren Bund erfüllt.
Es gibt allein in den USA über eine Viertelmillion Juden, die an den Messias Yeschua glauben, zusammen mit weiteren tausenden in anderen Ländern, inklusive Israel. Diese beinhalten Rabbiner verschiedener Ströme des Judentums. Als messianische Juden lieben und schätzen wir unsere schöne biblische und jüdische Kultur und Erbschaft und Teil dieser Kultur und Erbschaft ist Gottes Versprechen an uns von einem jüdischen Messias, ein Versprechen, das in Yeschua erfüllt wird, wie in dem Alten Bund prophezeit und in dem Neueren Bund erfüllt.
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Anhang:
1. Wenn Sie ein aufmerksamer Jude oder sogar ein Rabbiner sind, wie etwa Rabbiner Lichtenstein und Sie die Behauptungen über Yeschua den Messias gerne diskutieren möchten, oder Sie bereits an Yeschua den Messias glauben und Sie gerne ein Teil der Messianisch-Jüdischen Gemeinschaft sein möchten, besuchen Sie uns doch.
2. Wenn Sie einen finanziellen Beitrag für das Projekt eines Filmes über das Leben von Rabbiner Lichtenstein geben möchten, oder ein Teil des Filmteams sein möchten, kontaktieren Sie uns bitte.
3. Wenn Sie in Besitz eines von Rabbiner Lichtensteins Schriften oder anderen zugehörigen Erinnerungsstücken sind, teilen Sie es uns bitte mit.
4. Wenn Sie ein Nachkomme von Rabbiner Lichtenstein oder ein Nachkomme eines seiner Gemeindemitgliedern sind, kontaktieren Sie uns bitte. Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören.
Email: yeschua@gmx.at